Der Elbe sagt man Tschüß

Ich liege in Melnik im Bett und ruhe meine Beine aus. Diese haben in den vergangenen Tagen gut gestrampelt und mich samt Rad und Gepäck an den Ort gebracht, wo die Moldau in die Elbe fließt. Morgen werde ich ein letztes Mal den Fluss kreuzen, an dessen Seite ich so lange geradelt bin. 950 Fahrradkilometer von hier strömt das Wasser um die Kugelbake in Cuxhaven, bevor es an Neuwerk vorbei in die Nordsee fließt, ein langer Weg. Zwischen hier und dort liegen schöne Städte wie Magdeburg, Dresden (und natürlich Hamburg meine Perle, du wunderschöne Stadt), idyllische Städtchen wie Hitzacker und Havelberg, aber vor allem zieht sich entlang der Elbufer das grüne Band. Dieser Naturstreifen, der sich aufgrund des kalten Krieges entlang des ehemaligen eisernen Vorhangs entfalten konnte, ist beeindruckend schön. Nicht auf spektakuläre Weise, aber durch die Weite, das viele Grün, durchbrochen von gelben Rapsfeldern und dem Fluss, der sich durch die Ebenen hindurchschlängelt. Viele Störche suchen in unmittelbarer Nähe des Radweges nach Fröschen, und zeugen so von intakter Natur. Es ist ein Erlebnis, dies Mitten in Deutschland zu sehen.

Als ich zwischen Magdeburg und der Lutherstadt Wittenberg zum ersten Mal alleine unterwegs war, ohne Begleitung und ohne die ganzen Himmelfahrtstouristen auf der Strecke, habe ich mich verliebt. Das Frühlingswetter mag seinen Teil dazu beigetragen haben, und rationale Elemente, wie der blanke Asphalt, der das Rollen kinderleicht macht, spielen sicher auch eine Rolle. Deutschland lohnt nicht nur Beifall, wenn Götze in der 113. Minute ein Tor schießt, auch wenn man bei Kilometer 72 inmitten der Felder und Auen feststellt, dass man seit gut einer halben Stunde keine Menschenseele mehr gesehen hat, und gleichzeitig überwältigt ist, von der ganzen Schönheit. Aber gut, dass dies im Ausland keiner weiß.

Alleine ist ein gutes Stichwort. Alleine hauste ich auch im Glöcknerstift, einer christlichen Herberge zwei Straßen vom Lutherhaus entfernt. Es fühlt sich ein bißchen komisch an, wenn man in einem fremden Haus mit drei Etagen ganz alleine ist über Nacht. Aber der Herr hat mich behütet und die müden Muskeln schenkten mir einen guten Schlaf.

Um dann nicht ständig alleine zu sein, habe ich mich in Decin auf der Couch von Michal und Tezera eingenistet und wurde somit herzlich in Tschechien willkommen geheißen. Nach Valerie in Magdeburg waren die beiden meine zweiten Couchsurfing Gastgeber auf der Tour und wieder wurde ich mit allem versorgt, Abendessen und Frühstück inklusive, sogar ein Chihuahua zum Streicheln war zur Stelle (Gruß an Mika).

Tschüß, Freunde der Elbe, morgen folgt ein Zwischenspiel mit der Moldau, bevor es nach Pfingsten an der Donau weitergeht.

Torge in TorgauDenkmalDenkmalElbsandsteingebirgeRapsWillkommen in TschechienGrenz-SelfieEinst schwer zu passierenHier verlasse ich die ElbeMoldau fließt in die ElbeMoldau und Elbe werden eins. Noch eine PerspektiveMelnikMelnikFarbprachtAlleeAnkunft in PragKarlsbrückeStimmungStimmung mal andersPolaroid gibt es nochTri SestriNach dem Konzert