Mexiko

Immer weiter…. Eine Halbzeitbilanz

17.05.2012 – Torge

Rechtzeitig zum Champions League Finale hier eine Halbzeitanalyse unserer Reise:

Der FC Happy L’Attitudes besticht in der ersten Hälfte vor allem durch seine enorme Anzahl an Buskilometern. Bis zum Pausenpfiff in Colima wurden rekordverdächtige 19.622 Kilometer in Bussen verschiedenster Klassen zurückgelegt. Feinste Busse mit Liegesesseln, Fernseher, Internet und Verpflegung wurden ebenso genutzt, wie ausrangierte amerikanische Schulbusse ohne Beinfreiheit, in denen sich Gerüche, Menschen, Tiere und Dreck auf engstem Raum vereinten. Hier kann dem ein oder anderen Gegner schonmal schwindelig werden. Chris und Torge haben diese Strecke sehr souverän abgefahren, egal ob auf Schotterpisten ohne Leitplanken oder verlassenen Autobahnen durch die argentinische Pampa.

Weiterhin konnte der FCHA durch seine Variabilität im Reiseaufbau überzeugen. Zu den oben genannten Buskilometern kommen weitere eingesetzte Verkehrsmittel wie Taxis, Colectivos, Fähren und Lanchas, Züge, Fahrrad und die eigenen Füsse. Es galt, immer die geeignete und kostengünstigste Art der Fortbewegung auszuwählen, sich nicht von scheinheiligen Verkäufern ablenken zu lassen, und somit einigermassen sicher, mal schnell und mal langsam, aber immer mit Gepäck am Ziel anzukommen. Insbesondere ist auch die Laufleistung der Spieler zu erwähnen. Auf Gipfel, durch Flüsse und Täler, über Brücken, entlang von Felswänden und Seen stapften Chris und Torge vor allem in Patagonien so einigen Pfad ab, um sich besondere Eindrücke zu sichern. Beim Aufbauen des Zelts machte ihnen keiner etwas vor, technisch brilliant. Sie erlaubten sich wenige Fehler und bestachen durch hohe Genauigkeit.

Dies alles wäre nicht möglich ohne den ausgewogenen Teamgeist in der Mannschaft. Man sieht, dass sich die Spieler im Laufe des Spiels immer besser, geradezu blind verstehen, sie wissen wie der andere tickt, und lassen wenig anbrennen. Dies ist die Basis für viele geniale Spielzüge, bei denen teilweise auch Einwechselspieler ins Spiel mit einbezogen wurden. Immer wieder wurde der Spielaufbau nicht nur durch Doppelpässe zwischen Chris und Torge aufgezogen, sondern durch Kurzpassspiel mit eingewechselten Reisenden, die sozusagen aus dem Nichts kamen, bereichert. Während einige dieser Spieler nur durch einzelne gelungene Aktionen auf sich aufmerksam machen konnten und danach untertauchten, zeigten andere ihr Potential mit Durchhaltevermögen, Laufbereitschaft und Bissigkeit. Der FCHA hat durch diese Spieler eindeutig internationale Spitzenklasse erlangt.

Leider blieb auch der FC Happy L’Attitudes nicht ganz vom Verletzungspech verschont. Gerade Chris musste ein paar Mal zum Spielfeldrand, um behandelt zu werden, nach einer heftigen Blutgrätsche eines kolumbianischen Gegenspielers (Das Hard Rock Cafe, Cartagena) sah es kurzzeitig sogar fast nach einer notwendigen Auswechselung aus. Zum Glück konnte Chris nach kurzer Pause wieder einsteigen und hat sich gleich gegen Panama wieder ins Zeug gelegt. Aber auch Torge musste hier und da einstecken in diesem teils recht körperbetonten Spiel.

Direkt nach Abpfiff zur Halbzeitpause (Ohne Nachspielzeit, pünktlich am 11.5.2012) wurde der gelungene Auftritt bis hierher ausgelassen mit einigen Fans gefeiert. Bis Colima hat die Mannschaft es geschafft, im BARE fanden die Feierlichkeiten statt, Bere und Eder haben für ein angenehmes und heiteres Rahmenprogramm gesorgt.

Mit Freude blicken wir auf die zweite Halbzeit. Der Trainer hat schon zwei Einwechselungen bekannt gegeben, ab der 47. Minute werden Filiz und Miriam das Team für 3 Wochen verstärken und dabei sicherlich durch ihre elegante und spritzige Spielweise belebend agieren. Aber auch die Gegenseite schaut nicht nur zu, aus der Kabine kommen aufs Spielfeld gelaufen, in folgender Reihenfolge: Mexiko, Kalifornien, Hawaii, Tokio, Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien, Hong Kong und Neuseeland. Der Schiedsrichter pfeift wieder an, die zweite Hälfte kann beginnen. Drückt die Daumen für ein spannendes und unterhaltsames Spiel!

 

Eine Zugfahrt die ist lustig

29.05.2012 – Filiz und Miriam

Ein Artikel unserer Gäste Filiz und Miriam, die uns für drei Wochen durch Nordmexiko und Kalifornien begleiten.

4.30h: Wecker klingelt. Auf geht´s zum CHEPE! Der CHEPE, eine der aufregendsten Bahnstrecken der Welt, welche über 653 km durch 86 Tunnel und 39 Brücken durch die Kupferschluchten von Chihuahua nach Los Mochis führt. Alleine schon der Ticketkauf war ein kleines Abenteuer, da es schwierig war, den Bahnhof in Chihuahua überhaupt zu finden. Nach einigem Durchfragen und Umrunden des Gefängnisses fanden wir den Bahnhof ohne weitere Ausschilderung irgendwann. Tickets konnte man aber erst am nächsten Morgen kaufen. Morgens an der Bahnstation angekommen, stellten wir uns also mit den übrigen Reisenden an die Schlange, bis wir darauf aufmerksam gemacht worden, dass wir als Primera Class Reisende bevorzugt behandelt werden. Hier legten wir unsere Stationen fest: Creel, Posada, Bahuichivo. Dies sind nur 3 Stopps der vorgesehenen 11 der Ersten Klasse Tour. Der Zug hatte einen Speisewagen, einen Snackwagen, einen Zugführer Mario, der vieles auf der Strecke kommentiert hat (für uns Mädels etwas unverständlich weil spanisch) und sehr viele mit Maschinengewehren bewaffnete Security, so dass wir uns sehr sicher und wohl fühlten. Wie im ICE kam Juan mit Kaffee und Snacks rum. Auch kam einer mit Souvenirs rum, bei dem Miriam gleich eine Karte gekauft hat; kurz darauf haben alle Reisenden ein Gratismagazin mit Karte erhalten.

Aus den offenen Türfenstern konnten wir während der Fahrt Fotos machen. Wir kamen mit gewohnter deutscher Bahnverspätung mittags in Creel an. Dort angekommen, wurden wir von unserem Hotelguide abgeholt und in unser Zimmer mit bodentiefem Fenster direkt neben Miriams Schlafstelle gebracht, wo wir uns schon auf das Finale Dahoam mit kaltem Bier freuten (keine weiteren Kommentare zum Spiel). Anschliessend machten wir bei einer Dorfbegehung die weitere Planung für den nächsten Tag. Bei Eduardo schliesslich handelten die Jungs die erste Wandertour in den Canyon zu den Thermalbädern aus, bevor es zuerst zum Cristo Rey hoch ging, trotz Höhen- und Strassenhundeangst. Abends gab es nur eine enttäuschende kleine Portion Hühnersuppe im Hotel, worauf wir uns im Supermarkt eingedeckt haben, aber trotzdem dank Jetlag früh im Bett lagen. Unser für deutsche Zeit frühes Sonntagsfrühstück war sehr lecker, trotz Bohnenmuss.

Mit deutscher Pünktlichkeit kamen wir bei Eduardo an und mussten noch auf zwei Mitreisende warten. Auf der Fahrt kristallisierte sich heraus, dass die anderen Beiden nicht die Tour zu den Quellen im Canyon machen wollten, sondern eine Rundtour mit dem Jeep. Was bedeutete, dass der Guide uns nur absetzt und uns unserem Schicksal allein überlässt; also nur eine Taxifahrt zum Preis einer Tour! Torge und Chris diskutierten heiss! Nicht nur dass der Tourguide nicht dabei gewesen ist, er wollte uns auch noch warten lassen, damit er die Jeeptour zu Ende führen kann. Eine Stunde Fussmarsch zu den heissen Quellen runter meisterten wir super. Unten angekommen, badeten wir, picknickten und erholten uns. Dann machten wir uns in der Mittagshitze an den Aufstieg – fast ohne Wasser. Wir stöhnten, aber schafften es. Oben angekommen die nächste Überraschung: drei Mädels mit einem Baby kamen auf uns zu und meinten, sie würden uns abholen wollen, aber ihr Auto wäre kaputt gegangen. Unsere Helden Chris und Torge schafften es, den Wagen zum Laufen zu bringen. Irgendwann nach mehreren Angstschweissausbrüchen kamen wir in Creel an und Torge hat es geschafft, den Preis um 100 Pesos zu drücken. Wir stürzten in den nächsten Supermarkt und kauften uns eisgekühlte Cola! Am Abend saßen wir im Garten des Best Western und beobachteten mit kühlen Drinks die Einwohner, wie sie auf der Hauptstraße ihre Autos, Pferde und Quads stolz präsentierten und auf und ab fuhren.

Am nächsten Tag standen wir Mädels früh auf, lasen etwas im Innenhof und gingen kurz shoppen. Um 13h fuhren wir weiter nach Posada Barrancas. Dort angekommen wurden wir gleich wieder von mehreren Leuten angesprochen, um deren Hotels zu buchen. Wir entschieden uns für ein großes Zimmer mit 3 Betten, aber ohne TV und w-lan. Und auch sonst gab es in dem 600 Seelendorf nicht viel. Nachdem wir uns noch kurz im Supermarkt mit Essen und Trinken eingedeckt hatten, gammelten wir den restlichen Tag rum. Abends rafften wir uns doch noch auf und gingen einige Meter den Berg hoch zum „El Castillo“ – ein Hotel mitten auf dem Berg mit einem wunderschönen Panoramablick. Dort speisten wir vor königlichem Sonnenuntergang, tranken Weinchen und Filiz jagte mit ihrer Kamera die Kolibris. Im Dunkeln stiegen wir zu unserem Hotel herab und gingen zeitig schlafen, da es am nächsten Tag um 7.30h losgehen sollte: Canyonabstieg mit Samuel.

Der Abstieg in ziemlich zügigem Tempo dauerte 2 Stunden. Zwischendurch trafen wir auf Tarahumari Indianerkinder, die gerade auf dem Weg zur Schule waren (Zum Tausch einer Packung Kekse wurden ein paar Fotos gemacht). Am Ende unserer Wanderung stießen wir auf die Gondelbahn. Torge und Chris entdeckten in diesem Moment einen Zipliner (irre Menschen, die an einem Seil befestigt durch den Canyon schweben). Gerne wären sie auf diese Variante umgestiegen, aber unser enggestrickter Zeitplan ließ dies nicht zu. An der Gondelbahn angekommen – nachdem wir eine höchst abenteuerliche Treppe bestiegen hatten – kauften wir Mädels wieder ein paar Souvenirs bei den Tarahumaris und die Jungs bestaunten das atemberaubende Panorama. Dann bestiegen wir auch schon die Gondel und überstanden die Fahrt mit der hochmodernen (überhaupt nicht in die Gegend passenden) Bahn – made by Doppelmayr – ohne größere Herzinfarkte. Oben angekommen überraschte uns ein Restaurant mit Glasboden und noch einmal der Blick über den Canyon.

Zurück ging es relativ schnell und schon saßen wir wieder im CHEPE nach Bahuichivo. Hier quatschte uns am Bahnhof eine mittelfreundliche Frau an, der wir dann auch sobald folgten. Allerdings war deren Hotel nicht in Bahuichivo , sondern in Cerocahui – ein 16km entferntes Jesuitendörfchen, in dem man in der Trockenzeit nicht allzu viel machen konnte. Anzumerken ist noch, dass wir dieses Mal 2 Doppelzimmer hatten!! Angekommen besichtigten wir kurz die Jesuitenkirche und besuchten das größere Hotel, um zu sehen, ob dort vielleicht Touren angeboten werden. Die einzige Tour des Tages: Weintour für 50 Pesos. “Warum nicht!” sagten wir uns und ließen uns mit einigen älteren Damen durch das Jesuiteninternat für Indianerkinder führen. Eine Besichtigung der Kirche war auch in der Tour enthalten, und dann gingen wir zum eigentlichen Teil der Tour über, der Weinprobe. Hier gingen wir durch den Garten an einem Pool (!!) vorbei, der uns sofort begeisterte. In einem Raum, in dem Fässer gelagert wurden, erzählte uns der Guide einiges (für uns Mädels leider unverständlich) über Wein. Die eigentliche Weinprobe inkl. von Filiz heiß begehrter Käsespiesse fand an der Hotelbar statt. Die anschliessende Happy Hour haben wir mit einigen Cuba Libres am Pool genossen. Nach dem leckeren Abendessen ging ein schöner Tag zu Ende. Am nächsten Morgen, nachdem in dieser Nacht nicht nur die Hunde bellten sondern auch die Esel lautstark i-a-ten, genossen wir Mädels ein Frühstück im teuren Hotel nebenan. So konnten wir auch den Pool nutzen und verbrachten dort bei mexikanischer Musik auf den Liegen den Vormittag, während die Jungs endlich mal ausschlafen konnten. Um halb zwölf ging es zum Bahnhof; Weiterfahrt dort 14:28 nach Los Mochis.

…eine Zugfahrt, die ist schön. Für uns war die Zugfahrt abenteuerlich, atemberaubend und unvergesslich.

 

Roadtrip

07.06.2012 – Chris

Nach der nächtlichen Fährüberfahrt von Los Mochis nach La Paz stiegen wir erstmalig auf ein ganz anderes Transportmittel um – den Mietwagen.

Auto fahren in Mexiko – geht das überhaupt? Wie macht man das und was gibt es zu beachten? Alles fühlt sich so fremd und wenig geregelt an. Jeder fährt nach Gefühl und selbst die von uns befragten Einheimischen können die Vorfahrtsregeln an Kreuzungen nicht erklären und wissen ebenso wenig, wo die Höchstgeschwindigkeiten inner- und außerorts anzusiedeln sind.
Da waren sie also, die besten Voraussetzungen, um einen 2.000 Kilometer langen Road Trip um das Kap von Baja California anzutreten und über die Carretera 1 bis an die berühmt-berüchtigte Grenze bei Tijuana zu fahren.

Bereits an der Europcar-Mietwagenstation fiel uns das goldene Farbdesign unseres Nissan Sentras auf, das bestenfalls in der Generation 70+ auf Gefallen stoßen würde. Beeindrucken konnte hingegen der Kofferraum, in den wir unsere vier großen Rucksäcke problemlos hinein bekamen und auch für das Handgepäck war noch genügend Platz. Mit dem Mietwagenpreis hatten wir uns schon ein paar Tage vorher abgefunden. Der anfänglich “normale” Preis von 340 Euro für eine Woche schnellte in die Höhe, da wir den Wagen nicht wieder in La Paz abgeben konnten, sondern ihn nach Tijuana bringen mussten. Schwupp, das macht 500 Euro als One Way Fee oben drauf! Glücklicherweise sind wir momentan mit Miriam und Filiz zu Viert unterwegs und konnten so die Kosten gerecht verteilen. Zudem konnte der Nissan jeden Tag andere unnatürlich klingende Fahrgeräusche aufweisen. Daraus folgerten wir, dass das Getriebe, mindestens ein Stoßdämpfer sowie Teile des Unterbodens ziemlich hinüber sein mussten. Aber was soll’s? Da dreht man einfach das Radio lauter, wenn man denn in der Wüste Baja Californias Empfang hat. Hat man nicht! Natürlich hielt Nissan es auch nicht für notwendig, einen Schalter zum Verstellen des Scheinwerferwinkels in das Auto einzubauen. Mit vier Personen und viel Gepäck strahlten wir also bei unseren abendlichen Fahrten den Sternenhimmel und auch die Gesichter der entgegenkommenden Fahrer an, was natürlich die allerheftigsten Lichthupenspiele auslöste.

Erste Fahrversuche wurden in La Paz unternommen und das allgemeine Fahrverhalten der Einheimischen wurde studiert und imitiert. Folgende Regeln konnten wir ausmachen:

Regel 1: Bei einem Schild mit der Aufschrift “Alto” Tempo verlangsamen und gucken, ob aus einer anderen Richtung jemand kommt.
Regel 2: First come, first serve – wer zuerst an der Kreuzung ist, hat Vorfahrt. Ausnahme: Du befindest dich auf einer Hauptverkehrssraße. Diese sind nicht extra markiert. Man erkennt sie an dem Fahrverhalten der Mexikaner, die sich vor einem befinden.
Regel 3: Ampeln sind zu beachten. Ausnahme: Du hast keinen Bock oder biegst rechts ab oder beides.
Regel 4: Durchgezogene Linien sind wie gestrichelte Linien zu betrachten. Überholen geht überall!
Regel 5: 80 km/h in 40 km/h-Zonen zu fahren, gilt als angemessen.

Die größte Gefahr, also die mit Abstand größte Gefahr im mexikanischen Straßenverkehr, schimpft sich “Tope”! Nennt sie Bumper, Huppel oder wie auch immer, manchmal werden sie durch Schilder angekündigt, manchmal aber auch nicht. Sie kommen aus dem Hinterhalt und sind dummerweise so hoch gebaut, dass Pick Ups drüber fahren können. Voll belegte Sentras setzen auch gerne einmal auf. Und bei zügigem Tempo knallen die Insassen auch schon mal gegen das Autodach.

Apropos Autodach – das wird auch ganz gerne mal bei den in Mexiko sehr strengen Kontrollen durch das Militär abgetastet. Während eine Hand voll Soldaten das Fahrzeug und das Gepäck systematisch durchsuchen, darf kein anderer PKW weiterfahren. Lange Wartezeiten sind angesagt. Doch sobald man dem diensthabenden Offizier versichert, dass man nur Tourist ist, der auf den Weg von Kolumbien in die USA ist, um dort ein bisschen Koks möglichst gewinnbringend zu verkaufen und die mitgeführten Aspirin lediglich zur Bekämpfung des allgemein verbreiteten Reisekaters dienen, darf man weiterfahren. Wir haben sehr schnell herausgefunden, dass sich Kontrollzeiten verkürzen lassen, wenn man getragene Unterhosen und Badehosen zum Trocknen auf den Ablagen platziert. Cool, oder?

Aber was haben wir denn nun gesehen in Baja California? Tja, zunächst wären die 1,3 Trillionen Kakteen zu nennen, die in, auf und unter atemberaubenden Canyons wachsen und gedeihen. Dazu nehme man ein paar allerfeinste Staub- und Dreckpartikelchen, die durch die Lüftung geblasen werden, wenn wieder einmal so ein Schleicher in der unasphaltierten Baustelle vor einem fährt. Und Gravel Roads oder Dirt Roads – zu deutsch Schotterpisten – gibt es auf der zweitgrößten Halbinsel der Welt nicht zu knapp. Unser längster Abschnitt führte uns über 80 Kilometer an der südöstlichen Seite von San José los Cabos nach Cabo Pulmo. Während in San José und San Lucas die schönen und reichen US-Amerikaner zwischen wahrscheinlich 20 verschiedenen Golfplätzen wählen können und es sich in typischen amerikanischen Restaurants und Shopping Malls mit Bud Light, Spare Ribs, Rolex und Gucchi gut gehen lassen, kaufen sich die noch besser Betuchten eine absolute Luxusvilla etwas außerhalb an der Schotterpiste. Gärtner und Security-Dienste betreuen die Anwesen und zweimal im Jahr lässt man sich vielleicht mit seiner 500.000 Dollar-Yacht dort blicken.

So führte uns also unser Weg mit durchschnittlich 30 km/h durch die trockene, ausgedörrte Wüste an diesen Traumhäusern vorbei und vor allem die Mädels gaben von der Rückbank lauter “Ooohhs”” und “Aaaahhs” von sich, wenn wir von der Küstenstraße aus wieder eine malerische Bucht mit glasklarem, türkisem Wasser entdeckten. Natürlich wurde ausgiebig gebadet und gesonnt und in dem kleinen Örtchen Cabo Pulmo buchten wir eine Schnorcheltour und konnten an verschiedenen Riffen Seehunde, allerlei Fischgetier, Seesterne und andere Dinge, die wir nicht bennen können, bewundern. Sogar ich habe meine “Ich bekomme durch den Schnorchel keine Luft”-Phobie überwunden und konnte das Unterwasserleben in vollen Zügen genießen. Dumm nur, dass es in unserer Bucht ein ziemlich übles Plankton gab, dass bei Hautkontakt ganz gemein zwickte. Richtig übel wurde es bei Kontakt mit der Lippe. Ihr dürft raten, wer auch zweimal an der Lippe erwischt wurde…jaja.

Der Norden Baja Californias ist weniger sehenswert. Hauptsächlich fährt man dort durch karges Wüstengelände und erreicht am Ende die allseits bekannte Grenzstadt Tijuana. Viele der im Drogenkrieg Ermordeten ließen ihr Leben in dieser Stadt (seit 2006 landesweit 60-80.000). Dies war wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass wir uns dazu entschlossen, in Tijuana nicht auszugehen, sondern lediglich den Mietwagen abzugeben und sofort die Grenze nach San Diego zu überqueren. Was für ein Pech aber auch, dass die Mietwagenstation bei unserer Ankunft nicht besetzt war! Nach einem Telefonat und 30 Minuten später ließ sich dann endlich jemand blicken und aufgrund der entstandenen Unannehmlichkeiten konnten wir aushandeln, dass uns das Personal noch mit dem Auto zur Grenze brachte. Dort standen leider schon 800 Mexikaner vor uns in der Warteschlange, so dass wir einschließlich der Befragungszeit im amerikanischen Immigration Office (“Wie kann man sich so eine Weltreise eigentlich leisten?”) drei Stunden brauchten, um den größten Grenzübergang der Welt zu meistern.

Und da waren wir – in der Neuen Welt, in der Hochzivilisation, in San Diego! Alles war hier anders, nicht zuletzt die Sprache. Nach fast sieben Monaten Spanisch mussten auf einmal englische Vokabeln ausgepackt werden. Und so schimm ist es ja nicht, wenn das ein oder andere “si” oder “gracias” herausrutscht. Unser Kalifornien-Artikel folgt in Kürze.

Colima MarktplatzBergfest in Bare, Colima: Chris, Torge, Karina, Eder und BereTequila TourFreilegen des HerzensDas Herz der blauen Agave wird geteiltDie Der Saft der Agave vor dem DestillierenTres MujeresTequilaverköstigungBienvenidos a MexicoPollo FILIZVor dem Chepe BahnhofZugfahren ist eine angenehme Abwechslung zum Busnach uns die zweite KlasseWindradscht scht scht scht scht pfffffüüüüüü pfüüüüüüüüFiliz und MiriamFröhlich = FelizCreel: Erste StationMusikantenstadlscht scht scht scht scht pfüüüüüü pfüüüüü (zum Zweiten)Marlboro Mannalso.....Auf die Plätze, fertig, wandernBurro = EselDa hakt esThermalterassenDer erste CanyonTorge mit Chihuahua in Chihuahuascht scht scht scht scht pfuuuuut pfuuuuutPanorama im ObjektivAlte Pose ... revivalFiliz lehnt sich aus dem FensterAussicht über den Urique CanyonEndlosMiriam mit BordpersonalFiliz zeigt wo es hingehtKolibri im FlugUnd wen himmeln sie an? Torge!!!Torge mit Tarahumara Kindern auf dem Weg zur SchuleEin Aussichtspunkt schöner als der andereChris macht sich als TrödelverkäuferGruppenfoto mit etwas diesiger AussichtFels und KaktusMade by DoppelmayrSecurity springt bei Abfahrt an Bord des ZugesRauch liegt überm Barranca del CobreTorge am ÜberhangStatikLiegestützePanorama UriqueChepe bei TunneleinfahrtTalbrückeoder warten bis die Touris wieder verschwunden sindAufgereiht im SchlafsaalIdylle im WeingartenMissionsweinGongHier lagern feine SchlückeAm Pool ist es angenehmDer fährt erstma nicht mehrÜber sieben Brücken musst du fahrenDie Mädels im FahrtwindPerfektDraussen steht ein PferdMiriam hat ein mexikanisches DateVerlassene Strände überall in BajaFiliz denkt nachMiriam freut sichChris und Torge entspannen am PoolSurfcampLesen und treiben lassenHotelpoolHarley Davidson Caferummmmmmmm rängeldängel rummmmmmim Pancake HausMit dem Auto an den StrandGrafitti?Mexiko im HerzenChris der PatriotMuschel(an)sammlungCaboDer Bogen am KapSeelöwenHier geht es nicht weiterDirt RoadLurchiScampisRot - Grün - BlauEin EinsiedlerZwei RaufsteigerSchattenspieleWeitere Schattenspiele der FelsenChrisTorge ganz starkWir und das MeerBrandung und FelsenReflektionDelfine in der Bucht von LoretoMIt dem Auto an den StrandMiriam mit KakteenKirche von San IgnacioKaktus in Szene gesetztDirt RoadWir entscheiden, diese Straße nicht weiterzufahren