Bolivien

La Pace

30.11.2011 – Chris

Es war an der Zeit, Peru zu verlassen und über Desagraduero – den schnelleren, billigeren, aber unkomfortableren Grenzübergang – in Bolivien einzureisen. Doch zuvor wurden wir noch von peruanischen Grenzbeamten in ein Gebäude gebeten, das Gepäck wurde halbherzig durchsucht und ich befürchtete schon, dass unsere trademybeer.com Whiskeyflasche konfisziert werden würde. Doch es ging alles glatt. Unsere erste Amtshandlung auf bolivianischer Seite war der Geldwechsel. Die verbliebenen peruanischen Soles sollten gegen Bolivianos eingetauscht werden. Vor Ort waren aber Banken oder Wechselstuben Fehlanzeige. Getauscht wird auf offener Straße mit verschiedensten Locals, die in ihren 50 Jahre alten Holztischen ein paar Scheine in verschiedensten Währungen liegen haben. Wir denken, dass wir einen recht vernünftigen Kurs bekommen haben und im nachinein können wir auch behaupten, dass uns kein Falschgeld angedreht wurde.

Sehr viel schlechter verlief hingegen unser Hotelaufenthalt in La Paz. Wir möchten an dieser Stelle alle Reisenden eindringlich vor dem Hotel “Alem” warnen. Als wir am zweiten Tag unseres Aufenhaltes in unser Zimmer zurückkehrten, freuten wir uns zunächst, dass unserZimmer gereinigt wurde. So etwas ist hier nämlich keine Selbstverständlichkeit. Allerdings wurde mir gleich etwas mulmig zumute und ich kontrollierte mein Gepäck auf Vollständigkeit. Kamera, Netbook, Pass, Kreditkarten – alles war an seinem Platz. Doch dann stellte ich fest, dass von den 1.000 Bolivianos, die ich in meinen Rucksack gelegt hatte, 200 Bolivianos fehlten. Ich konnte es im ersten Moment nicht glauben, aber nachdem ich mit Torge 10 Mal durchgerechnet hatte, wie viel wir ausgegeben hatten, stand fest, dass mir das Geld entwendet wurde. Unsere Recherchen ergaben, dass an dem Morgen nur eine Person in unserem Zimmer gewesen sein kann. Und diese Person war Reinigungs- und Rezeptionspersonal zugleich nd stritt natürlich auch alles vehment ab. Der Chef war auch nicht zu erreichen und das Geld für die im voraus bezahlte Nacht wollte uns niemand mehr rausrücken. Da uns zu diesme Zeitpunkt jegliches Vertrauen abhanden gekommen war, packten wir kurz entschlossen unser Gepäck und zogen auf die andere Straßenseite ins Maya Inn. Dort war es ein wenig teurer, aber seitdem war auch niemand mehr an unseren Sachen. Was haben wir daraus gelernt? Wichtige Dokumente und Geld werden noch weiter hinten im Rucksack verstaut, gegebenenfalls mit Schloss gesichert und Reinigungspersonal kommt nur noch in unser Zimmer, wenn wir es wünschen und selber anwesend sind. Achso, der Verlust belief sich auf ca. 20 Euro und wir reden hier von Übernachtungskosten von 4-5 Euro pro Nase. Es war also sehr ärgerlich, aber die Reisekasse wurde glücklicherweise nur geringfügig geschmälert.

La Paz selbst ist eine beeidnruckende Stadt. Die Luft ist oftmals so schlecht wie in vielen zuvor gesehenen peruanischen Städten auch. Allerdings kommt hier noch hinzu, dass sich La Paz auf einer Höhe von 3200 bis 4100m befindet. Die Auswirkungen der Höhenkrankheit machten mir nach wie vor sehr zu schaffen, aber nachdem Torge mir dann noch den Rat gegeben hat, habe ich mir irgend welche rot-weißen Pillen in der nächstbesten Apotheke geholt, und ab diesem Zeitpunkt ging es mir wieder allerbestens. Sorojchi adé sozusagen! Knapp eine Millionen Einwohner hat La Paz und auf den Straßen wuselt es nur so von kleinen Menschen, die Torge und ich um zwei Köpfe überragen. Es scheint hier mehr Verkehrspolizisten als Ampeln zu geben, wobei sowohl Ampeln als auch Polizisten von allen Verkehrsteilnehmern vehement ignoriert werden. Man sollte Polizisten auch nicht unbedingt erzählen, dass man aus Deutschland kommt, denn die unmittelbare Reaktion darauf könnte ein “Heil Hitler!!” auf offener Straße sein…

Natürlich galt es am Samstag Abend, das örtliche Nachtleben zu erkunden. Beginnen sollte der Abend im Reineke Fuchs. Man mag es nicht glauben, aber nach drei Reisewochen sehnt man sich gelegentlich mal wieder nach deutschem Essen. Für vergleichsweise viel Geld (5-6 Euro pro Portion) bestellten wir uns Grillhaxe, Zwiebelrostbraten, Pflaumen im Speckmantel, Brezel und natürlich Bitburger Premium Pils. Der deutsche Besitzer war leider nicht vor Ort, aber wir freundeten und mit der bolivianischen Belegschaft schnell an und spätestens ab dem Zeitpunkt, als wir eine deutsche Party-CD eingelegt und eine Runde Jägermeister für das komplette Restaurant ausgegeben haben (8 Euro), waren wir für alle Anwesenden Amigos. Nach einem kurzen Zwischenstopp in einer “Happy Hour”-Bar landeten wir im berühmt-berüchtigten Mongo’s. Ein Spitzen-Laden, der sich zu später Stunde noch so richtig füllte und in dem bis tief in die Nacht getanzt wurde. Absolut empfehlenswert!

Doch was wäre La Paz ohne ein wenig Pace? Eine der Gründe, weswegen sich ein Aufenthalt in Lap Paz immer lohnt, ist die Tatsache, dass hier die Agenturen ansässig sind, die Mountain Bike Trips auf der Yungas Road anbieten. Es sollte eines der Highlights unserer Reise werden und wir wurden nicht enttäuscht. Wir entschieden uns für einen der billigsten Anbieter und gegen Sicherheit und Hinterrad-Federung. Um 7 Uhr morgens ging es mit ein paar anderen Verrückten und unserem Guide Christian per Minibus auf 4600m hoch, wir zogen unsere Schutzkleidung an und stürzten uns die Straße hinunter. Nach einem Highspeed-Asphalt-Abschnitt ging es anschließend auf die ursprüngliche Yungas Road. Diese Straße hat viele Namen: Camino de los Muertos, Death Road, Todesstraße. Sucht euch was aus. Hier starben jedes Jahr 200-300 Menschen und im Jahr 1994 waren es sogar 400. Daraufhin wurde aus Sicherheitsgründen beschlossen, eine Umgehungsstraße zu bauen, so dass auf der ursprünglichen Straße kaum noch Verkehr herrscht. Nichtsdestotrotz gibt es auch heute noch den ein oder anderen Autounfall und seit 1995 starben hier 14 Mountain Biker und 3 Guides. Zuletzt stürzte im Mai diesen Jahres eine Südkoreanerin mit ihrem Fahrrad 135m in die Tiefe. Angeblich soll dieses Jahr auch ein Argentinier 80m tief gefallen sein und wollte nach seiner Bergung weiter fahren. Aber jede Geschichte muss man seinem Guide dann vielleicht auch nicht glauben. Hauptursachen für die Unfälle sind schlechte Sicht (Nebel), nasser Untergrund, betrunkene oder übermüdete Fahrer sowie überhöhte Geschwindigkeit. Oftmals bietet die Straße einfach nur Platz für ein Fahrzeug, aber es müssen an selbiger Stelle zwei aneinander vorbei. Kurzum: Wer einmal auf dieser Straße gewesen ist, weiß, dass sie ihren Titel zurecht trägt. Achso, um euch die Ängste zu nehmen: Auch wenn ich jetzt der Verfasser dieses Textes bin, Torge hat ebenfalls überlebt. Den Abschluss der Tour feierten wir mit einem kühlen Bier in einem Pool mit all den anderen Death Road-Bezwingern aus den USA, Spanien, Frankreich, Kolumbien und anderen Ländern. Wir beide möchten euch dieses Abenteuer wärmstens empefehlen. Ein Riesenspaß!

Während Torge mit der Touri-Gruppe zurück nach La Paz fuhr, ließ ich mich von unserem Fahrer in der Wildnis absetzen und fuhr für umgerechnet 30 Cent auf der Ladefläche eines Kleinlasters zum nächsten Dorf Coroico. Von dort ging es mit einem Kleinbus weiter in den Nor Yungas Dschungel nach Carmen Pampa. Hier leben ca. 700 Schüler und Studenten, die oftmals aus sehr ärmlichen Verhältnissen kommen und denen durch Spenden ein angenehmeres Leben und eine bessere Zukunft ermöglicht werden kann. Nach einem gemütlichen Thanks Giving Reste-Essen im Haus der “Voluntarios”, also der Freiwilligen-Helfer aus den USA, Deutschland und anderen Ländern, durfte ich am nächsten Morgen um 5 Uhr mit Doctora Wendy und ihrem Chauffeur nach San Pedro aufbrechen. Wendy ist die einzige Ärztin im gesamten Landkreis und betreut ca. 3.000 Menschen (zum Vergleich: fast 5 Allgemeinmediziner/3.000 Einwohner in Deutschland). Hinzu kommt, dass viele der Menschen in extrem unwegsamen Gelände wohnen und somit nur sehr schwer zu erreichen sind. Glücklicherweise besitzt das Gesundheitszentrum seit 4 Jahren ein geländegängiges Fahrzeug, so dass nicht mehr alles zu Fuß zurück gelegt werden muss.

Die Abfahrt begann sogleich mit einem Unfall. Noch auf dem Akademie-Gelände überfuhr der Chauffeuer ein freilaufendes Huhn. Das Knacken der Knochen war unschwer zu überhören. Kurzum wurde der Kadaver in den Ambulanzwagen geschmissen und zwei Kilometer weiter im Gebüsch entsorgt. Auch eine Art und Weise, um den Schadensersatzforderungen des Huhnbesitzers entgegen zu kommen. Wenig später erreichten wir das erste Wohnhaus und ich konnte ein wenig beim Baby-Wiegen und -Messen behilflich sein. Das Impfen habe ich dann doch lieber der Ärztin überlassen. Insgesamt war der Tag und der Einblick in die Arbeit einer Dschungelärztin in Bolivien sehr interessant. In Deutschland wird es nur wenige Ärzte geben, die an Bambus-Sträuchern und Bananenstauden vorbei laufen, um einem Patienten Hustensaft vorbei zu bringen oder um einen der vielen umherstreunenden Hunde gegen Tollwut zu impfen. Vielen Dank für’s Mitnehmen, Wendy!

Als wir des mittags wieder das Gesundheitszentrum von Carmen Pampa erreichten, machte sich Wendy erneut sehr nützlich und verarztete meine Hand. Durch das ständige Bremsen auf der Yungas Road hatte sich bei mir eine kleine Blase gebildet, die einen Tag später nicht mehr ganz so schön aussah (s. Fotos).

Jetzt sitzen Torge und ich gerade in La Paz in einem Café und hoffen, dass wir heute Abend mit dem Nachtbus nach Sucre kommen. Die Tickets sind schon gekauft, aber momentan gibt es landesweit Proteste und Straßenblockaden. Die LKW-Fahrer verlangen bessere Konditionen und Arbeitsbedingungen. Stay tuned, guys!

 

La sal en la sopa

09.12.2011 – Chris

“Was Macchu Pichu für Peru ist, ist der Salar de Uyuni für Bolivien.”, sprach Torge und so stand von uns von vornherein fest, dass wir uns die höchstgelegene Salzwüste der Welt einfach anschauen müssen. Gegen 12 Uhr nachts erreichten wir den sicherlich nicht sehr lebenswerten Ort Uyuni, der sich fast ausschließlich von Salz und Tourismus zu ernähren scheint. Zuvor berichteten uns zwei im Bus vor uns sitzende Mädels aus Deutschland, dass sie die kommende Nacht äußerst preiswert im Hostel “El Salvador” verbringen würden. Da wir am nächsten Tag eh um sieben Uhr wieder auf der Straße sein wollten, um eine Salar-Jeep-Tour zu buchen, taten wir es Lissandra und Theresa gleich und nahmen uns ebenfalls ein Doppelzimmer im El Salvador. Dies alles schreibe ich nur, weil es sich bei diesem Hostel mit Abstand um das größte Drecksloch handelt, in dem wir uns bisher aufgehalten haben. Wir können uns sicherlich mit geringen Standards arrangieren, aber bei dem Laden haben wir überhaupt nicht mehr verstanden, wie so etwas im Loney Planet mit “simple but clean” umschrieben werden kann. Alle Toiletten waren bis obenhin gefüllt, es gab weder für die Spülung noch für die Waschbecken fließendes Wasser. Die Bettwäsche war vergilbt, mit Flecken übersät und wenn man genau hinsah, hat man auch das ein oder andere schwarze Haar im Bett gefunden. Die Betten waren niemals frisch bezogen, so dass wir schnell zu dem Entschluss kamen, in unseren Schlafsäcken zu pennen. Maximaler Ekelfaktor!

Am nächsten Morgen herrschte auch sogleich Krieg in den Straßen von Uyuni. Koberer von ca. 80 ansässigen Agenturen fielen auf den Straßen über uns her, um uns eine dreitägige Salartour zu verkaufen. Nach harten Verhandlungen bekamen wir eine Tour für 600 Bolivianos (ca. 60 Euro), nachdem das erste Angebot noch bei 700 Bolivianos lag.

Man muss wissen, dass ein Toyota Landcruiser immer Platz für einen Fahrer und sechs Touristen bietet. Logischerweise schickt die Agentur ihr Fahrzeug erst los, wen es voll ist. Diese Denkweise führt dazu, dass die Touris zwischen den Agenturen hin- und hergeschoben werden. Und prompt geschah es, dass Lissandra und Theresa zu uns in den ’89er Toyota verfrachtet wurden. Alte Bekannte sozusagen. Hinzu kamen Sunny aus Südkorea und Joshi aus Japan und ab ging’s in die Wüste.

Zuallererst wurde der Cementario de los Trenes (Zugfriedhof) besichtigt. Hier rosten seit 60 Jahren alte Lokomotiven und Züge vor sich hin, die zu aktiven Zeiten Silber, Salz und andere Mineralien transportiert haben. Ein paar Fotos lassen sich hier schießen, aber das war’s dann auch. Spektakulärer wurde es, als wir im Anschluss den Salar de Uyuni erreichten. Die Salzwüste ist 12.000 km² groß. Man kann meilenweit gucken und der Untergrund ist fast ausschließlich weiß. Der Salar verleitet dazu, allerhand lustige Fotos zu knipsen (s. Torge auf Hut). Auch unsere in Sucre erstandenen Maskottchen John Rambo und Rocky Balboa fühlten sich auf dem ein oder anderen Salzhaufen sehr wohl. Der letzte Höhepunkt des ersten Tourtages war die Isla del Pescado – eine Insel, die aus der Ferne aussieht wie ein Fisch und die sich aus der flachen Wüste hervorhebt. Hier gibt es unter anderem 900 Jahre alte Kakteen zu bewundern, die Sunny im großen Stile fotografierte. Überhaupt fotografierte dieses äußerst sonnige Gemüt recht viel. Schließlich galt es, die 512 GB-Speicherkarte ihrer Kamera zu füllen. Ist so was in Deutschland schon auf dem Markt?

Gegen Abend bezogen wir unsere Zimmer in einem komplett aus Salz gebauten Hostel und insbesondere die vier Deutschen überkam eine große Lust, dem Alkohol zu frönen. Kurzum ging es zum benachbarten Rum-Fachverkäufer und es wurde ordentlich zugeschlagen. Uns erstaunten die niedrigen Preise für eine Rumflasche (2 Euro), doch die Erklärung ließ nicht lange auf sich warten. Alle Rumflaschen, die wir an diesem Abend leer tranken, waren gepuncht. Entweder wurde Wasser oder Cola hinzugekippt und auch die Etiketten und Flaschen waren Fälschungen. So kam es, dass wir auch nach drei geleerten Flaschen noch relativ nüchtern ins Bett gingen.

Der zweite Wüstentag stand ganz im Zeichen der Lagunen. Wir passierten mit unserem Jeep Lagunen in unterschiedlichsten Farben (Laguna verde, Laguna azul, Laguna blanca) und jede hatte so ihren Reiz. Außerdem hatten wir die Möglichkeit Hunderte von Flamingos aus nächster Nähe zu bewundern und Sunnys Digicam rauchte wieder.

Am dritten und letzten Tag unserer Wüstentour sollte es für uns ganz früh losgehen. Unser Guide Oscar setzte das Wecken für 4 Uhr an, damit wir Sunny und Joshi rechtzeitig an der chilenischen Grenze absetzen können und sie ihren Anschlussbus nach San Pedro bekommen. Diese doch so unchristliche Zeit passte den zwei deutschen 19-jährigen Abi-Absolventinnen überhaupt nicht und schon während des Abendessens, als Oscar noch sprach, ging das Gejammer und Gemecker los. Hier musste Torge erst mal ordentlich auf den Tisch hauen und es kehrte wieder Ruhe ein.

Bei eisigen Minusgraden verbrachten wir die Nacht alle zusammen in einem 6er-Zimmer und bei Sonnenaufgang ging es um 5 Uhr los. Auf 5200 Metern erreichten wir Geysire, die eifrig vor sich hin dampften und wir wagten auch den ein oder anderen Sprung durch die Dampfwolken, um uns ein wenig aufzuwärmen. Denn in unserem alten Toyota fehlte nicht nur die Klimaanlage, die Heizung war auch defekt. Zudem musste Oscar fast durchgehend mit offenem Fenster fahren, damit er trotz des extrem grellen Sonnenlichtes etwas sehen konnte. Der Kältetod war so nah…

Besserung war um 7 Uhr morgens in Sicht. Die Sonnenstrahlen erwärmten uns so nach und nach und wir konnten in 30 Grad warmen Quellen baden gehen. Herrlich! Jetzt fing der Tag so richtig an. Nachdem sich unsere Gruppe an der chilenischen Grenze etwas verkleinerte, stand noch ein Wüstenmarathon zurück nach Uyuni an: 7 Stunden lang Sand und Dreck und Steine und Bodenwellen, die einen jeden Knochen seines Körpers spüren ließen. Dazu eine Affenhitze und Staub, der einem das Atmen schwer machte. Unter solchen Bedingungen wünscht man sich, schnell im Ziel anzukommen. Doch es sollte anders kommen. Ein plötzlicher Leistungsabfall des Motors zwang Oscar anzuhalten. Und siehe da: Ein Kühlwasserschlauch war gerissen, der Motor überhitzt und das Kühlwasser im Wüstensand versickert. Dank Torges Survival-Messer konnte Oscar den Schlauch verkürzen und wieder anbringen. Allerdings war die Freude von kurzer Dauer, da eine halbe Stunde später erneut Wasser aus der Motorhaube heraussprizte und von den nachgefüllten 8 Litern Wasser (Wir hatten zum Glück in Uyuni aus Eigenantrieb noch 12 Liter Wasser gekauft und eingepackt) schon wieder einer fehlte. Oscar hatte die Idee, Torge und mich ins nächse “Dorf” zu schicken, um dort neues Wasser zu holen. Allerdings waren dort alle Gebäude verschlossen, es gab keinen Brunnen oder irgend eine andere Wasserquelle und Menschen waren sowieso Fehlanzeige….Wüste eben. Zurück am Fahrzeug hatten wir die Schnauze voll. Unser Trinkwasser war so gut wie aufgebraucht. Wir teilten Oscar mit, dass wir keine Lust hätten, unter den Voraussetzungen die Nacht in der Wüste zu verbringen und dass wir mit dem nächsten vorbeikommenden Fahrzeug nach Uyuni fahren würden. Prompt hielt ein anderer Landcruiser bei uns und der Fahrer, ein Guide einer anderen Agentur, war so feundich, uns alle mitzunehmen. Nur Torges Messer blieb mit Oscar zurück und dieser erfreut sich daran wahrscheinlich heute immer noch.

Zurück in Uyuni hatten wir noch ein Wörtchen mit der Dame in der Agentur zu bereden. Unser dreistündiger ungeplanter Wüstenaufenthalt führte dazu, dass wir unseren Nachtbus nach Tupiza verpasst hatten. Demzufolge wollten wir eine Entschädigung haben. Es war unser Glück, dass Torge die Tour bislang noch nicht bezahlt hatte und wir auch gesehen hatten, dass die defekte Stelle des Kühlwasserschlauchs im Vorwege schon einmal schlampig repariert worden sein musste. Auf dieser Argumentationsbasis konnte Torge einen Preisnachlass von 100 Bolivianos pro Person aushandeln und wir gönnten uns daraufhin einmal eine etwas bessere Unterkunft – mit Bad im Zimmer und einer nicht durchgelegenen Matratze.

 

Butch Cassidy & The Sundance Kid

11.12.2011 – Torge

Die Angst steigt mit in den Sattel. So sehr ich mich auch in den vergangenen Tagen auf die Reittour durch den wilden Westen Südamerikas einzustellen versuchte, es bleibt mehr als nur Respekt, den ich vor Pferden habe.

Zu Viert reiten wir los: Chris, ich, Ariane aus der Schweiz und unser Guide Orlando. Mein Hengst hat schnell seinen deutschen Namen gefunden, Wolle Petry, aufgrund der eher wilden Mähne. Ausser des Haarwuchses kann man Wolle noch einige andere Charakteristika zuschreiben:
– Er hat einen eingbauten Autopiloten, was bedeutet, dass er die vor uns liegende Route im Grunde automatisch abläuft.
– Er läuft stets mit seinem Kopf am Hinterteil seines besten Freundes, Lucero, dem Pferd auf dem Chris Platz genommen hat.
– Er versucht sich gegen meine bestenfalls amateurhaften Steuerungsbefehle durchzusetzen und zu zeigen, dass er ja mit den beiden bereits genannten Eigenschaften auch ohne mich zurecht kommt.

Wir reiten durch das Tal, in dem sich vor rund Hundert Jahren Butch Cassidy und Sundance Kid einen Namen gemacht hatten. Während die beiden ihre Pferde perfekt berherrschten, und Banken und Züge überfielen, freuen wir uns darüber, beim langsamen Schritt oben auf dem Ross zu bleiben, und nicht auf den steinigen Untergrund zu fallen. Die roten Felsenketten ziehen an uns vorbei, wir durchqueren Flussbetten, streifen durch mannshohes Gras und allmählich gewöhnen wir uns sogar an den wiegenden Rhythmus unserer Vierbeiner. Doch damit soll jetzt Schluss sein, Orlando gibt von hinten das Tempo an, erst beschleunigen wir in den Trab, kurz darauf in den Galopp, der Cowboyhut weht mir vom Kopf, das Adrenalin pumpt sich durch meinen Körper.

Zum Glück mischt sich ein wenig Spaß unter die Angst, und so kann ich nach zwei Tagen Cowboyleben folgendes Fazit ziehen: Es war ein tolles Erlebnis auf Butch Cassidys Spuren zu reiten, und abgesehen von einem ziemlich schmerzenden Hinterteil, habe ich es gut überlebt. Alzu schnell werde ich jedoch nicht wieder auf ein Pferd steigen.

Chris bevor es auf die Yungas Road gehtTorge weist den WegUnsere wagemutige GruppeDie Berge im HintergrundChris auf dem aspahltierten TeilAbwärts mit hoher GeschwindigkeitTorge in voller SchutzbekleidungChris rocktWeiter abwärtsDie Aussicht ist halt auch nicht schlechtChris aerodynamischDa schlengelt sie sich hin, die TodesstraßeNoch eine kleine Stärkung am CheckpointZwischstück mit dem AutoHier geht es los, die nächsten 32km ohne AsphaltIm leichten Nebel liegt der Start der Yungas RoadAuf die Plätzelinks geht es teilweise 500m senkrecht bergabNicht nur gefährlich, sondern auch spektakulärTorge mit RadTorge entledigt sich seiner JAckeAn dieser Stelle hat sich die Straße ihren Namen verdientNoch ein SchrittSensationellTorge gibt GasCoca Cola schmeckt überallDie TodeskurveKreuze am WegesrandTorge beim technisch anspruchsvollen Endabscnittund sind zu Scherzen bereitLuftsprungUnd dieser Pool wartet am ZielPanoramaAm Cementario de TrenesChris übernimmt die KontrolleChris auf LokomotiveTorge als LokomotivführerTorge auf LokomotivwrackCementario de TrenesChris mit LokomotivgrafittiSpielplatz für ErwachseneEin WrackHaus aus SalzsteinenBalboa macht es sich bequemEin AutowrackJohn Rambo im Salar de UyuniJohn Rambo und Balboa, unsere MaskottchenBalboa im Salar de UyuniTorge hinter SalzhügelPanorama im SalarJohn Rambo fliegt durch die FlaggenPerspektivfoto: Torge auf HutPerspektivfoto: Torge auf Hut 2Perspektivfoto: Chris füttert John RamboPerspektivfoto: Chris füttert John RamboSpringen im SalarRadschlagSiegesgesteBolivianischer PatriotTorges SchattenIsla del PescadoBolivianische FlaggeJohn Rambo mit HutDie Füße werden langsam braunerSalar de UyuniSalar de UyuniBoliviens Südwesten, Vulkan OllagüeTorge mit Vulkan OllagüeFlamingosAchtung SchwefelgaseFlamingo mit ReflektionFlamingosLissandra. Torge, Chris und TheresaTorge beim fotografierenLaguna rojaTorge ist von der Aussicht überzeugtBaum aus SteinChris schaut sich den Stein von oben anTorge relaxtTorgeChris, Lissandra, Sunny und JoshyChris, Lissandra, Sunny und JoshyLaguna Colorada mit FlamingosFlamingos auf der Laguna ColoradaDampf und LichtAufwärmen am warmen DampfIst dies Dampf oder ein Lama?Torge springt durch den DampfGeisirs (5200 über N.N.)Chris und Torges SchattenJeeps im GegenlichtDie Wüste von DaliDie Wüste von Dali mit aufgewirbeltem SandBerge in der Wüste von DaliBerge in der Wüste von DaliRuhepause im CanyonLucero, Chris PferdWilder Westen in BolivienChris reitet durch die Felsspalte4 EselTorge mag sein CowboyoutfitAussicht ist gutWo sind die IndianerDurch diese Spalte müssen wir durchTorge auf WolleTorge und Wolle verstehen sich schon besserWolle wälzt sich2 EselChris legt seine Chaps anLucero, Chris und John RamboTorge und Chris sind fast am ZielDreitagebart und CowboyhutDer TorreVerschnaufpause